Miss Sophies

Unterwegs in Prag

Prag hat viele Namen. Im Lateinischen wird es mater urbium genannt, die Mutter der Städte. Der wunderbaren historischen Architktur der Stadt wird auch mit Bezeichungen wie “Stadt der hundert Türme” oder “goldenes Prag” Rechnung getragen. Wie auch immer man diese alte Stadt nennt, einen Aspekt hat sie, den mit einem passenden Namen zu erfassen schon immer schwierig war. Unter dem mittelalterlichen Kopfsteinpflaster oder oben in den gothischen Türmen pulsiert irgendwo ein besonderes Gefühl, dass die Besucher dieser uralten Kreuzung stets erfasst. Vom Praguer Golem bis zu Kafkas Romanen durchzieht dieses magische und manchmal dunkle Gefühl einen großen Teil der historischen Stadt.

Und die Geschichte dieser Stadt reicht in der Tat lange zurück. Prag war ein Zentrum der Alchimie, Astrnomie und Architektur. Doch auch heute vibriert die Stadt von Leben. Mit einem effektiven Transportsystem, gut besuchten Kneipen und einladenden Restaurants an jeder Ecke ist sie vor allem ein Zentrum des guten Lebens. Musik, Kunst, Theater und andere Formen der Kultur, sowohl heimgemacht als auch importiert von jenen, die beschlossen haben hier ihr Heim zu errichten, tragen dazu bei.

Und trotz dieser reichen Vergangenheit und der eifrigen Gegenwart wird einem die Stadt nicht zuviel. Auch mit einer Bevölkerung von 1,2 Millionen fühlt sie sich erstaunlicherweise wie ein Dorf an. In dieser Hinsicht ist Prag wie ein gute Mutter. Sie beschützt einen, lässt aber auch genügend Freiräume, um die Geheimnisse des Lebens selbst zu entdecken. Und ohne Zweifel sind in dieser Stadt im Herzen von Europa viele Geheimnisse versteckt. Herrscher und Besucher sind seid Jahrhunderten bemüht ihnen auf die Spur zu kommen, aber natürlich kann kein gutes Geheimnis jemals mit nur einem einzigen Namen beschrieben werden.

Was man gesehen haben muss:

Prager Burg

Was wäre eine alte Stadt ohne Burg? Die Prager Burg ist eigentlich ein Komplex von Kirchen, Palästen und anderen Gebäuden, und eine der größten Burgen der Welt. Die Dominate bildet die beeindruckende St. Veits-Kathedrale, an der rund 600 Jahre gebaut worden war.

Karlsbrücke


Diese Brücke über die Moldau war lange Zeit die einzige Möglichkeit das Wasser zu überqueren, was zu der Bedeutung der Stadt als Ost-West Handelroute beitrug. Sie wurde von ihrem Namenspatron König Karl IV. in Auftrag gegeben, der angeblich Astrologie benutzte um ihren Bau günstig zu beeinflussen. Die Brücke hat drei Brückentürme, ist auf beiden Seiten mit Statuen geschmückt und wird von zahlreichen Strassenverkäufern bevölkert.

Altstädter Ring


Das gewachsene Zentrum der Stadt. Winzige verwinkelte Gassen öffnen sich hier zu einem großen Platz, an dem sich einige der beeindruckendsten Prager Sehenswürdigkeiten befinden, einschließlich der majestätischen Teynkirche und der St. Nikolaus Kirche. Das zentrale Element des Platzes ist aber das alte Rathaus, geschmückt mit der Prager Astronomischen Uhr. Dieses beeindruckende Stück mittelalterlicher Mechanikkunst zeigt zu jeder vollen Stunde eine vielbeachtete Show kleiner sich bewegender Figuren. Auf dem Altstädter Ring finden zu verschiedenen Anlässen Märkte, Konzerte und Veranstaltungen statt.

Das jüdische Viertel

Prag hatte lange Zeit eine jüdische Gemeinde und Josefov war das jüdische Viertel der Stadt. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde das Viertel fast vollständig umgebaut, um die alten gewundenen Gassen in moderne Durchgangsstrassen zu verwandeln, wie sie in anderen europäischen Städten als Vorbild dienten. Die Nationalsozialisten deportierten den Großteil der übrig gebliebenen jüdischen Bevölkerung und alles was vom jüdischen Viertel übrig geblieben ist sind sechs Synagogen, das alte jüdische Rathaus, und die geschichteten Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof.
 

Vyšehrad

Die “andere” Prager Burg ist Vyšehrad, angeblich der Platz den die mythologische Figur Libuše als Gründungsort der Stadt auswählte. Auf einem die Moldau überblickendem Felsen gelegen, sind dort einige historische Gebäude zu finden, ebenso wie ein Friedhof, an dem einige wichtige tschechische Persönlichkeiten begraben liegen.

Wenzelsplatz

In vielerlei Hinsicht das kommerzielle Zentrum der Stadt, ist dieser lange Platz eher ein breiter Boulevard, gesäumt von hellen Lichtern und Geschäften. Hier fanden während der Samtenen Revolution die wichtigsten Demonstrationen statt. Am oberen Ende des Platzes befindet sich das beeindruckende Nationalmuseum und eine Statue des tschechischen Schutzheiligen Wenzel. Am unteren Ende ist eine Fußgängerzone, auf der häufig Veranstaltungen und Jahrmärkte stattfinden.

Map Inlay Download PDF Go to Google Maps